Es ist nun Realität: Die Vereinigten Staaten haben Einfuhrzölle in Höhe von 20 % auf italienische Agrar- und Lebensmittelprodukte eingeführt – eine Maßnahme, die am 3. April in Kraft getreten ist und bereits konkrete Auswirkungen auf den nationalen Weinsektor zeigt – ein wahres Aushängeschild des italienischen Exports – sowie auf die Wirtschaft des Oltrepò Pavese, das stark mit der Weinproduktion verbunden ist.

Die Ankündigung erfolgte am Abend des 2. April aus dem Rosengarten des Weißen Hauses, wo Präsident Donald Trump – zurück im Rampenlicht mit einer stark protektionistischen Wirtschaftspolitik – die Maßnahme bestätigte, begleitet von Marktspannungen und großer Besorgnis bei den italienischen Akteuren.

Italienischer Wein im Visier: 2 Milliarden Euro in Gefahr

Die italienische Agrar- und Lebensmittelbranche exportiert jährlich Waren im Wert von rund 7,8 Milliarden Euro (*) in die USA. Davon entfallen über 2 Milliarden allein auf den Wein – das entspricht einem Viertel des gesamten nationalen Weinexports, der derzeit 8,1 Milliarden Euro beträgt.

Mit den neuen Zöllen sehen sich insbesondere kleine und mittelständische Weingüter in Italien einem plötzlichen Anstieg der Verbraucherpreise in den USA gegenüber – was die Wettbewerbsfähigkeit italienischer Weine gegenüber französischen, spanischen und insbesondere amerikanischen Weinen drastisch verringern könnte.

Oltrepò Pavese: eine Region unter Druck

Das Oltrepò Pavese, historisch mit dem Weinbau verbunden, ist nun dieser neuen handelspolitischen Bedrohung ausgesetzt. Viele lokale Unternehmen, die stark exportorientiert sind, sehen ihre Fähigkeit gefährdet, auf dem US-Markt Fuß zu fassen oder ihre Position zu festigen.

Der geschätzte Schaden? Rund 323 Millionen Euro pro Jahr (*), laut Angaben der Unione Italiana Vini, dem Branchenverband. Eine Summe, die – ohne Gegenmaßnahmen – für viele italienische Weinetiketten das Aus auf dem US-Markt bedeuten könnte.

Fazit: ein Appell an die Region und die gesamte Wertschöpfungskette

Für das Oltrepò Pavese ist jetzt die Zeit, gemeinsam zu handeln. Lokale Institutionen, Konsortien und Unternehmen müssen geeint reagieren – mit Fokus auf Qualität, integrierte Gebietsvermarktung und Aufwertung der weinbaulichen Identität. Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden erheblich sein, aber die Widerstandsfähigkeit unseres Sektors könnte diese Krise in eine Chance für einen strukturellen und strategischen Neustart verwandeln.

(*) Quelle: Unione Italiana Vini