Das lombardische Ökomuseum „Il Grano in Erba“ ist ein verstecktes Juwel des oberen Oltrepò Pavese, wo sich Kultur, Natur und Traditionen in der Stille der Berge vereinen. Es umfasst die Gemeinden Santa Margherita Staffora, Menconico, Brallo di Pregola und Romagnese – vier Dörfer, eingebettet zwischen Lombardei, Piemont, Emilia-Romagna und Ligurien. Ein Grenzgebiet, das es verstanden hat, seine geografische Lage in eine Stärke zu verwandeln, indem es als Brücke zwischen Regionen dient und alte Bräuche, Architekturen und Wissen sammelt.
Ein Gebiet, das erzählt: zwischen Mühlen, Pfaden und bäuerlichen Traditionen
Das Ökomuseum „Il Grano in Erba“ trägt den Namen eines starken Symbols: das Weizenkorn, das die Erinnerung an die Vergangenheit und die Hoffnung auf die Zukunft in sich birgt. Dieses Projekt zur kulturellen Aufwertung hat sich zum Ziel gesetzt, bäuerliche Wurzeln, ländliche Identität und landschaftliche Besonderheiten des lombardischen Apennins wiederzuentdecken und zu bewahren.
Zu den Hauptattraktionen zählen die alten Mühlen, wie die Mühle Pellegro in Casanova Staffora, die Mühle Spalla in Menconico und die Mühle Castana in Romagnese. Heute erzählen diese Bauwerke eine Geschichte von Mühe und Einfallsreichtum, von der Verwandlung des Getreides in Mehl, und sie gelten als wahre Denkmäler der bäuerlichen Zivilisation.
Ergänzt wird das Erlebnis durch ethnographische Museen, die einen Einblick in den Alltag vergangener Zeiten bieten und Werkzeuge, Möbel und Gewohnheiten zeigen, die das ländliche Leben dieser Region prägten.
Erlebnisse zwischen Natur und Spiritualität
Besucher des Ökomuseums können auch atemberaubende Natur– und Wanderwege genießen. Der Alpengarten von Pietra Corva beherbergt beispielsweise eine außergewöhnliche Vielfalt botanischer Arten, während das Naturschutzgebiet Monte Alpe zu immersiven Wegen durch Wälder, Ausblicke und Biodiversität einlädt.
Zu den eindrucksvollsten Wegen gehört die historische Salzstraße (Via del Sale), die einst das Flachland mit dem Meer verband, sowie der „Pfad der Banditen“ (Sentiero dei Briganti), ein faszinierender Weg zwischen Legenden, Natur und Erinnerung.
Die Seele des Ökomuseums: Gemeinschaft, Kultur und Nachhaltigkeit
Ein Ökomuseum ist nicht nur ein physischer Ort, sondern ein offenes Museum, bestehend aus Landschaften, Dörfern, Erzählungen und Menschen. Seine Stärke liegt im aktiven Engagement der lokalen Gemeinschaft, die zur Hüterin und Erzählerin ihrer eigenen Heimat wird. Hauptziel ist die nachhaltige Aufwertung des Gebiets, mit besonderem Augenmerk auf Themen wie ländliche Architektur, traditionelles Handwerk, Berglandwirtschaft und kollektives Gedächtnis.
Durch Ausstellungen, Veranstaltungen, thematische Routen und Workshops lädt das Ökomuseum „Il Grano in Erba“ Touristen, Familien, Schulen und Interessierte dazu ein, ein authentisches und wenig bekanntes Italien zu entdecken – ein Italien, in dem die Zeit langsamer zu vergehen scheint und jede Ecke eine Geschichte erzählt.